Was wäre München ohne Breze? Man isst sie zum Frühstück, zu Weißwürsten oder zum Leberkäse. Schon die Kleinsten knabbern gerne mit ihren ersten Zähnchen daran.

Erfunden wurde die Breze per Zufall

Die Breze ist ein herzhaftes Gebäck mit einer außergewöhnlich verschlungenen Form, die verschränkten Armen ähnelt. Daher rührt auch der Name, der sich vom lateinischen Wort für Arm, nämlich „brachium“ ableitet. In München sagt man Breze oder Brezn, aber bitte auf gar keinen Fall Bretzel!

Wer die Breze genau erfunden hat, ist schwer zu sagen, denn es gibt dazu eine Reihe von Legenden. Die bayerische Version ist folgende: Joseph Eilles, der ein Spezialitätenhaus für Tee und Kaffee in der Residenzstraße in München führte, war im 19. Jahrhundert Hoflieferant von König Ludwig II.. In seinem Kaffeehaus beschäftigte er den Bäcker Anton Nepomuk Pfannenbrenner. Und dieser erfand am 11. Februar 1893 durch ein Missgeschick die Laugenbreze. Denn statt die Brezen wie sonst mit Zuckerwasser zu bepinseln, nahm er an diesem Tag versehentlich Natronlauge, die eigentlich zum Reinigen der Bleche vorgesehen war. Am selben Morgen probierte ein königlicher Gesandter aus Württemberg, der im Kaffeehaus frühstücken wollte, die zufällige Erfindung, war begeistert und der Erfolg der bayerischen Breze begann.

Von der Teigrolle zum fertigen Gebäck

Seit damals wird die Breze traditionell aus Weizenmehl, Hefe, Malz, Margarine, Salz und Wasser hergestellt. Aus dem Teig rollt man zunächst einen langen Strang, hält ihn an beiden Enden fest und – jetzt wird es schwierig – verschlingt das Ganze mit Hilfe einer speziellen Wurftechnik. Dann wird die Breze in Natronlauge getaucht, mit grobkörnigem Salz bestreut und gebacken. Normalerweise ist sie etwa 15 cm groß und wiegt 85 Gramm. Für das Oktoberfest und die Münchner Biergärten werden besonders große Exemplare hergestellt und die sind etwa drei Mal so schwer.

In vielen Teilen Deutschlands und sogar in Amerika gibt es Brezen. Doch nirgends schmecken sie so gut wie in Bayern. Die „Bayerische Breze“ gilt deshalb als nationaltypische Spezialität und ist so besonders, dass ihre Bezeichnung seit 2014 europaweit geschützt ist. Und selbst Robbie Williams scheint ein bekennender Fan des Laugengebäcks zu sein, denn seine Hand ziert tatsächlich ein Brezn-Tattoo.