Das Dirndl wird in München zum Oktoberfest, in Gaststätten oder zu festlichen Anlässen getragen und gilt als ein Symbol der Stadt.
Der Begriff ist eine Verkleinerung des bayerischen Wortes Dirn und heißt Mädchen. Auch Mägde wurden in Bayern so genannt. Und das Kleid, das sie auf dem Bauernhof bei der Arbeit trugen, hieß Dirndlgewand.

Dirndl ist keine traditionelle Tracht

Das Dirndl hat mit alpenländischer Trachtenkultur wenig zu tun. Denn die traditionelle bayerische Tracht ist meistens sehr prunkvoll und hat regionale und historische Bezüge. Außerdem wird sie mit speziellen Accessoires, wie zum Beispiel besonderen Hauben getragen. Die heutigen Dirndl, selbst wenn sie sehr hochwertig sind, sind also keine echten Trachten. Ursprünglich kommt diese Art von Kleid aus der Stadt. Dort galt es als einfache Dienstbotenuniform. Es war pflegeleicht, durch den weiten Rock bequem und gab Bewegungsfreiheit, ohne dabei viel Bein zu zeigen.

Ab Ende des 19. Jahrhunderts trugen die Münchner Bürger ein solches Kleid bei ihren Sonntagsausflügen aufs Land. Nach dem Ersten Weltkrieg diente es als einfache Sommerbekleidung. Das Dirndl wurde immer beliebter und galt vermeintlich als typisch bayerische Tracht. Doch es war vielmehr das, was sich die Stadtbevölkerung unter ländlicher Kleidung so vorstellte.
In den 1970er Jahren trug kaum jemand mehr Dirndl oder Lederhose, nicht mal auf dem Oktoberfest. Erst seit den 1990er Jahren hat sich das wieder geändert. Mittlerweile kommt ein Großteil der Wiesnbesucher in Tracht.

Symbolhafte Schürzenschleife

Das heutige Dirndl besteht aus einem tief ausgeschnittenen Oberteil, einem weiten Rock und einer Schürze. Es ist meist einteilig, aus einfarbigem oder bedrucktem Stoff und zwar Baumwolle, Leinen oder Seide. Das Oberteil ist geschnürt oder wird mit Häkchen oder Reißverschluss verschlossen. Dazu trägt man traditionell eine weiße Dirndlbluse. Die Schürze wird vorne gebunden. Dabei hat die Seite der Schleife übrigens eine symbolische Bedeutung. Rechts gebunden heißt es, dass die Trägerin bereits vergeben, links gebunden, dass man noch zu haben ist.