Das Herz aus Lebkuchen ist in München nicht nur während der Wiesn, sondern auf allen Volksfesten und Weihnachtsmärkten zu finden. Und eigentlich kann man Lebkuchenherzen das ganze Jahr über in der Stadt kaufen. Man verwendet sie als Mitbringsel, Liebeserklärung oder zur Dekoration. Das Herz ist ein Symbol der bayerischen Landeshauptstadt.

In den 1960er Jahren erfunden

Erfunden hat das Lebkuchenherz der Münchner Bäcker Gustav Tschernich, der ursprünglich aus Tschechien stammte. Er war in den 1960er Jahren Großhändler und gleichzeitig Schausteller auf der Wiesn. Dort ärgerte sich Tschernich über die Zerbrechlichkeit der Schokoladenherzen, die es damals gab.
Er experimentierte in seiner Backstube mit verschiedenen Teigarten und kam auf die Idee ein Herz aus Lebkuchen zu backen. Diese verzierte er mit Zuckerguss und einem kleinen Spruch. Mit großem Erfolg belieferte er damit anschließend die Oktoberfestwirte.

A Herzerl fürs Herzerl – jeder freut sich, wenn er ein Lebkuchenherz geschenkt oder mitgebracht bekommt. Dabei ist die Aufschrift natürlich das Wichtigste. Waren die Herzerlsprüche früher eher poetisch, sind sie inzwischen eher kurz, vom „Lausbua“, über „Ich liebe dich“ bis zu „HDL“ ist heute alles zu finden.

Gegessen wird das Herz selten

Ein Lebkuchenherz wird  mit den gleichen Zutaten wie die Weihnachtslebkuchen hergestellt, nämlich aus Mehl, Honig, Eiern und vielen Gewürzen, wie Anis, Nelken oder Kardamom. Die Geschichte der Lebkuchen beginnt bereits in der Antike. Ab dem 12. Jahrhundert gab es zur Herstellung eigene Zünfte und auch in Klöstern wurden die Kuchen gebacken. Das Gebäck galt als gesund und durfte sogar in der Fastenzeit gegessen werden.

Ein Lebkuchen hält sich bis zu zwei Jahre. Wenn das Herz hart wird, kann man es einfach in den Kühlschrank geben. Dadurch wird es wieder weich und man könnte es verspeisen. Doch gegessen wird das Herzerl trotzdem eher selten. Meist ist es ein Souvenir oder ein Andenken an einen besonders schönen Tag und wird daheim aufgehängt.