Der Hirsch ist das größte heimische Säugetier Bayerns und der König der Wälder. Rund 30.000 Tiere sind heute im Freistaat zu finden. Ausgewiesene Rotwildgebiete sollen den Erhalt des Bestandes sichern.

Im Mittelalter litten die Bauern unter den Schäden, die die Wildtiere auf ihren Feldern verursachten. Doch damals war die Jagd in Bayern ein Privileg des Adels. Das einfache Volk durfte nicht jagen und Zuwiderhandlungen bestrafte man sehr streng.
Für das adelige Jagdvergnügen wurde der Hirschbestand künstlich hochgehalten. Das Rotwild richtete immense Schäden an und vernichtete zum Teil die Ernten. Das hatte zunehmende Armut in der Bevölkerung zur Folge.

Wilderer galten als Volkshelden

Die sogenannten Wilderer wurden deshalb  vom bayerischen Volk als Helden gefeiert. Es gab sogar eigene Lieder über sie. Der bekannteste Wilderer des Münchner Umlandes war der Räuber Kneißl aus Dachau. Erst ab 1800 lockerte man das Jagdgesetz. Es blieb aber trotzdem ein Vorrecht der reichen Leute. Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu einem Aufstand der Bauern und die Jagd wurde schließlich freigegeben. Dadurch hat man das Rotwild beinahe ausgerottet.

Heute gibt es wieder ausreichend Hirsche in Bayern. Man hegt sie sorgsam und versucht, ihren Lebensraum stetig zu verbessern. Es werden zum Beispiel an den Waldrändern artenreiche Wiesen zum Äsen der Tiere angelegt und Baumgipfel, die bei der Holzernte im Wald anfallen, als Nahrung für das Rotwild liegengelassen.

Der Hirsch als Symbol Münchens

Das Geweih ist für Hirsche besonders kennzeichnend, jedoch nur die männlichen Tiere besitzen es. Es besteht aus Knochensubstanz und wird zur Paarungszeit zum Bekämpfen von Nebenbuhlern benutzt. Nach der Paarung und dem damit verbunden Absinken des Testosteronlevels fängt es zu jucken an und wird abgeworfen. Die Wunde verheilt und löst innerhalb weniger Wochen ein erneutes Geweihwachstum aus.

In München sind viele Wirtshäuser und Oktoberfestzelte mit urigen Geweihen dekoriert. Der Hirsch gilt deshalb als ein Symbol der bayerischen Landeshauptstadt.