Die Lederhose gehört in München zum Straßenbild und ist ein Symbol der Stadt. Groß und Klein trägt sie nicht nur zur Wiesnzeit, sondern auch im Biergarten oder zu festlichen Gelegenheiten. Ursprünglich entstanden ist die Lederhose Ende des 18. Jahrhunderts als Arbeitskleidung der ländlichen Bevölkerung. Das Leder wurde damals noch aus Ziegen und Schafen hergestellt, da die Jagd auf Wildtiere dem Adel vorbehalten war. Ende des 19. Jahrhunderts trugen immer weniger Bauern eine Lederhose, stattdessen waren lange Stoffhosen wieder modern.

Ein Trachtenverein zum Erhalt der Lederhose

Im Jahr 1883 wollte der Dorflehrer Joseph Vogl aus Bayrischzell unbedingt verhindern, dass die Lederhose langsam ganz verschwindet. Deshalb gründete er mit ein paar Mitstreitern einen Verein zur Erhaltung der Volkstracht. Dieser war nicht nur der erste Trachtenverein überhaupt, sondern gilt auch als Beginn der Trachtenbewegung. Die Gründungsmitglieder ließen sich in Miesbach kurze Lederhosen anfertigen, um dieses Stück bayerischer Lebensart zu erhalten.

Trotzdem waren damals solche kurzen Beinkleider verpönt und die Kirchenoberen wollten sie sogar verbieten. Zuspruch bekam Vogl von den Wittelsbachern, denn beim Adel war das Tragen der ehemaligen Bauernkleidung zur Jagd gerade sehr modern. Nach und nach bekam der Verein immer mehr Zulauf und es folgten weitere Vereinsgründungen. Auch in München war man begeistert und trug eine Lederhose gerne zu festlichen Anlässen. Ab den 1920er Jahren gehörten sie eher zur Freizeitkleidung und nach dem zweiten Weltkrieg war es die beliebteste Kinderhose überhaupt. Erst in den 1970er Jahren wurde die Lederhose durch die Jeans ersetzt.

Je speckiger umso besser

Lederhosen gibt es entweder kurz oder als Kniebundhose. Sie sind meist bestickt und haben seitlich eine Messertasche. Hochwertige Lederhosen werden aus Hirsch– oder Gamsleder gefertigt und von Hand bestickt. Das Leder sollte weich und elastisch sein und einen natürlichen Geruch haben. Eine Lederhose ist lange haltbar. Allerdings nutzt sich die Oberfläche mit der Zeit ab und bekommt einen speckigen Glanz. Das ist kein Mangel, sondern macht erst den Charme der Krachledernen aus.