Der etwa 100 Meter lange und 50 Meter breite Marienplatz bildet das Zentrum der bayerischen Landeshauptstadt. Zur Zeit der Stadtgründung war er nicht mehr als eine Kreuzung, denn hier traf die Salzstraße, die von Bad Reichenhall nach Augsburg führte, auf die Verbindung nach Sendling und Schwabing.

Durch Friedrich Barbarossa kam der Salzhandel nach München

Um das von Bischof Otto von Freising geführte, einträgliche Geschäft des Salzhandels an sich zu reißen, zerstörte 1157 Herzog Heinrich der Löwe die Föhringer Brücke. Daraufhin klagte Bischof Otto vor dem Reichstag zu Augsburg. Per Augsburger Schied, einer von Kaiser Friedrich I. Barbarossa abgefassten Urkunde, bekam Herzog Heinrich dennoch das Recht, eine Zollbrücke zu betreiben. Dadurch wurde der Salzhandel auf apud Munichen (“bei den Mönchen” – wie München damals noch hieß) übertragen und gleichzeitig 1158 die Stadt gegründet. Von nun an verlief eine der wichtigsten Handelsstraßen mitten durch München, die etwa auf Linie der heutigen Kaufinger Straße lag.

Ein Platz zu Ehren der Gottesmutter

An der Stelle, an der die Salzstraße den Weg zwischen Sendling und Schwabing kreuzte, verkaufte man damals allerhand Waren. So erinnert der Fischbrunnen, im Nordosten des heutigen Marienplatzes, an den früheren Standort des Fischmarkts. Über viele Jahrhunderte hinweg nannte man den Platz einfach Marktplatz, beziehungsweise Schrannenplatz, da vor allem Getreide angeboten wurde.

Den heutigen Namen Marienplatz erhielt er, nachdem man den Getreidemarkt 1854 zur Blumenstraße verlagerte. Die damalige Stadtverwaltung wollte so die Gottesmutter Maria ehren und hoffte, die Stadt vor der zu dieser Zeit grassierenden Cholera zu retten.

Mitten auf dem Marienplatz befindet sich außerdem die Mariensäule, eines der Wahrzeichen Münchens. Sie wurde 1638 im Auftrag des Herzogs Maximilian I. errichtet. Dieser schwor während des 30-jährigen Krieges eine Votivsäule für die Gottesmutter zu errichten, wenn München und Landshut den Krieg gut überstehen würden. Die Säule ist 11 Meter hoch und aus rotem Tegernseer Marmor gefertigt.

Das Alte und das Neue Rathaus

Auf dem Münchner Marienplatz gibt es bis heute zwei Rathäuser. Ein erstes Rathaus, das schon 1310 stand, brannte nach einem Blitzschlag ab. Das spätgotische Alte Rathaus, das 1480 von Jörg von Halsbach errichtet wurde und den Platz immer noch nach Osten hin begrenzt, war bis zum Jahr 1874 Sitz der Stadtverwaltung. Im ersten Stock befand sich ein großer Festsaal und im Keller das damalige Stadtgefängnis. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Alte Rathaus stark beschädigt, aber nach alten Vorlagen wieder rekonstruiert.
Heute braucht man es lediglich zu repräsentativen Anlässen. Im Turm befindet sich ein Spielzeugmuseum und der Festsaal wird für diverse Veranstaltungen und Festakte der Stadt verwendet. Zudem kann man ihn auch privat mieten.

Als das Alte Rathaus zu klein wurde, baute Georg von Hauberrisser, ein deutsch-österreichischer Architekt, von 1867 bis 1909 das Neue Rathaus an der Nordseite des Marienplatzes. Seitdem ist dieses neugotische Gebäude der Sitz des Münchner Oberbürgermeisters und der Stadtverwaltung.

Der Marienplatz ist komplett verkehrsfrei

An der West- und Südseite des Platzes befinden sich heute große Geschäfte und gastronomische Betriebe. Von hier aus gelangt man auch in die Fußgängerzonen der Stadt.
Der Marienplatz, auf dem Stadtfeste, Demonstrationen oder auch Meisterfeiern des FC Bayern stattfinden, ist seit 1972 mehr oder weniger verkehrsfrei. Lediglich Busse, Taxis, Radlfahrer und Rikschas durten bis vor Kurzem noch passieren. Mittlerweile ist der Marienplatz Fußgängerzone und für den Verkehr komplett gesperrt.