Der Monopteros ist eines der wichtigsten Wahrzeichen Münchens. Er befindet sich auf einem Hügel im Englischen Garten, oberhalb der Schönfeldwiese. Derartige Rundtempel mit Säulen, die auch Rotunde genannt werden, gab es bereits in der Antike. Sie dienten als Baldachin für Denkmäler und sind von allen Seiten zugänglich.

Der Monopteros München war in den 1960er Jahren Treffpunkt der Hippies und FKK-Fans und ist bis heute ein Symbol für Münchens Toleranz und Weltoffenheit. Neben dem Chinesischen Turm gehört er zu den besonderen Sehenswürdigkeiten des Englischen Gartens.

Monopteros München für den Kurfürsten

Der Englische Garten ist einer der bedeutendsten Stadtparks der Welt und sogar noch größer als der Central Park in New York oder der Hyde Park in London. Im Jahr 1789 ließ Kurfürst Carl Theodor diese einzigartige Grünanlage als Militärgarten und Volkspark rund um die Schönfeldwiese anlegen. Und genau dort sollte ein Tempel zu Ehren Carl Theodors entstehen.

König Ludwig I. gab seinem Hofarchitekten Leo von Klenze den Auftrag, den Monopteros zu entwerfen. Auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel errichtete dann der Gartenarchitekt Carl August Sckell den Tempel. Im Jahre 1837 war er schließlich fertiggestellt.

Blick über den Englischen Garten

Insgesamt hat der Monopteros eine Höhe von rund 16 Metern. Sein Dach wird von zehn ionischen Säulen getragen. Oben bietet er einen besonders herrlichen Ausblick über den Englischen Garten und die Dächer der Stadt. Im Winter nutzt man die Anhöhe gerne zum Schlittenfahren. Und an Silvester gilt der Monopteros als einer der schönsten Plätze der Stadt mit einer atemberaubenden Sicht auf das Münchner Feuerwerk.

Touristenmagnet Schönfeldwiese

Weltberühmt ist vor allem die Schönfeldwiese unterhalb des Rundtempels. Denn hier treffen sich seit mehr als 50 Jahren schon die „Nackerten“. In den 1960er Jahren war das zwar ein Skandal, aber gleichzeitig ein Beleg für die Toleranz der bayerischen Landeshauptstadt.

Seither kommen Touristen aus aller Welt, um die hüllenlosen Münchner am Monopteros zu bestaunen. Wo sonst kann man so etwas mitten in einer Großstadt zu sehen? Und auch in jedem Reiseführer wird diese außergewöhnliche Attraktion ausdrücklich erwähnt.

Im Gegensatz zu früher ist es aber tatsächlich schwierig geworden, überhaupt nackte Sonnenanbeter dort anzutreffen. Trotz gestiegenem Körperbewusstsein ist FKK generell kein Trend mehr und wirkt mittlerweile sogar altmodisch. War der Schwabinger Bach in den Siebzigern noch von unzähligen entblößten Münchnern bevölkert, so findet man inzwischen mehr “Gaffer” als Sonnenanbeter. Und diejenigen, die hauptsächlich anzutreffen sind, waren auch schon in den 1970er Jahren hier.