Alljährlich thront während der Oktoberfestzeit das eindrucksvolle Riesenrad über der Theresienwiese in München. Die großen Gondeln bieten nicht nur einen spektakulären Blick auf die Stadt, sondern viele verliebte Pärchen haben sich dort auch zum ersten Mal geküsst. Das Riesenrad ist das Wahrzeichen des größten Volksfestes der Welt und wie der Frauendom ein Symbol Münchens.

Ferris erfand das Riesenrad

Bereits im 18. Jahrhundert gab es in Russland sogenannte Russenräder. SIe gelten als Vorläufer, waren nur maximal 12 Meter hoch, aber mit Gondeln ausgestattet. Das eigentliche Riesenrad erfand der  amerikanische Ingenieur George Washington Gale Ferris im Jahr 1893, und zwar anlässlich der Weltausstellung in Chicago. Nach seinem Erfinder heißt es im Englischen auch „ferris wheel“. Das erste Riesenrad in Europa errichtete man 1895 in London. Sehr bekannt ist auch das Rad im Prater in Wien, das man zum Thronjubiläum von Kaiser Franz Josef I. im Jahr 1897 baute.

Einzigartige Aussicht über das Festgelände

Das heutige Riesenrad auf dem Münchner Oktoberfest betreibt die Familie Willenborg. Erstmalig wurde es 1979 aufgestellt, ist 50 Meter hoch und hat 32 Gondeln mit insgesamt 192 Sitzplätzen. Beleuchtet ist es von 35.000 Glühbirnen, die es nachts ganz besonders eindrucksvoll strahlen lassen.
Das Willenborg-Rad gehört zu den beliebtesten Fotomotiven auf der Wiesn. Oben angelangt kann man bei schönem Wetter tagsüber bis zu den Alpen schauen. Nachts bietet es eine atemberaubende Aussicht über das illuminierte Festgelände. Wer seine Liebste mal besonders beeindrucken will oder einen Heiratsantrag auf dem Oktoberfest plant, kann eine der beiden VIP-Gondeln mieten.

Das größte Rad Europas ist das London Eye, das bereits seit 1999 ganzjährig an der Themse steht. Ab 2018 eröffnet das New York Wheel in Staten Island. Mit 192 Metern wird es das dritthöchste Riesenrad der Welt sein. Höhere gibt es nur noch in Dubai und Peking, doch beide befinden sich noch im Bau.