In der bayerischen Landeshauptstadt sieht man seit einigen Jahren immer mehr Französische Bulldoggen herumlaufen. War ursprünglich der Dackel der Traditionshund der Einheimischen, so ist scheinbar der Bully die neue Generation des Münchner Zamperls. Zamperl werden auch andere kleinwüchsige Hunderassen, Mischlinge oder ganz allgemein Hundewelpen genannt. Sie sind treue Begleiter, Teil des bayerischen Lebensgefühls und ein Symbol der Stadt.

Die „Französische“ Bulldogge kommt eigentlich aus England

Im Gegensatz zum Dackel, den schon die Wittelsbacher züchteten, stammt die Französische Bulldogge ursprünglich aus England. Entstanden ist sie im 19. Jahrhundert und zwar durch eine Englische Bulldogge. Die Englische Bulldogge gilt als aggressiv und wurde als Hetz- und Kampfhund gehalten. Als die Hundekämpfe in England verboten wurden, wollte kaum mehr jemand eine Bulldogge halten. Als englische Arbeiter damit begannen, den Hund mit Möpsen und Terriern zu kreuzen, entwickelte sich der heutige Bully. Im Jahr 1836 wurde die neue außergewöhnliche Hunderasse mit den kurzen Beinen und den stehenden Ohren erstmals auf einer Hundeausstellung gezeigt.

Handwerker aus England, die nach Frankreich auswanderten, nahmen die neuartige Züchtung mit und verbreiteten sie dort weiter. Ende des 19. Jahrhunderts kam die Französische Bulldogge auch nach Amerika und erfreute sich eine Zeit lang sehr großer Beliebtheit.

Als Stadthund ist der Bully sehr gut geeignet

Eigentlich ist der Dackel das typische Haustier der Münchner und ein Symbol der Stadt. Böse Zungen behaupten, dass er genauso stur und eigensinnig wie die Einheimischen sei. Doch in den letzten Jahren wird die Französische Bulldogge in München immer beliebter. Das liegt nicht nur an ihrem ungewöhnlichen Aussehen, sondern auch am unkomplizierten Wesen des Hundes. Er ist außerdem ein idealer Stadthund, denn er braucht relativ wenig Bewegung und bellt eher selten.

Zamperl-App für Münchner

Am Marienplatz können Münchner ihre durstigen Vierbeiner mit Wasser versorgen, denn am Fischbrunnen ist extra eine Trinkstelle in Bodennähe vorhanden. Die Stadt München hat sogar eine eigene Zamperl-App. Diese informiert darüber, wo im Stadtgebiet überall Leinenpflicht herrscht und wo nicht. An Spielplätzen und auf mit grünen Pfosten gekennzeichneten Wiesen sind Hunde generell verboten.